Blut und Staub – Tranthal 4

„Stahldünen“, ein riesiger Betonkomplex an der Südküste, dient der Kolonie und den Völkern der Dar’y und Isaris als gemeinsames Projekt gegen die grassierende Kriminalität. Sard Mamarter und Dars Poole gehören zu den prominenten Häftlingen, die immer mehr die Kontrolle übernehmen. Vas Kandiris, Kommandeur der mächtigen Regierungsgarden, missbraucht die Festung zur Inhaftierung politischer Gegner des Gouverneurs.

Als selbst brutalste Maßnahmen der Sicherungsstaffel die Bevölkerung nicht mehr einschüchtern, flüchtet die Regierung in die erhoffte Sicherheit des abgeschiedenen Großgefängnisses. Dort igelt man sich ein – gemeinsam mit Kriminellen, radikalen Gläubigen und politischen Extremisten. Übergangsgouverneurin Brit Darburg organisiert zusammen mit Len Kakaia, Brigadegeneral der politischen Polizei, den Widerstand.

Gleichzeitig sieht sich Kat-Ya Kon Wardi, Tochter des verstorbenen Hohepriesters des Aristo-Kultes der Dar’y, zunehmend radikaleren Kräften innerhalb der Clans gegenüber.

Erhältlich ab Spätsommer 2021

Description

Technischer Rückschritt und drohendes Chaos zwingen die Kolonie zur Zusammenarbeit mit anderen Völkern. Sichtbarstes Merkmal der neuen internationalen Kooperation sind die „Stahldünen“. Eine riesige Gefängnisfestung, errichtet in der Einsamkeit der sturmumtosten Südküste, um Schwerverbrecher unter Kontrolle zu behalten. Gleichzeitig ist sie ein in Stahlbeton gegossenes Sinnbild der Hilflosigkeit. Die Regierungen von Kolonie, Dar'y und Isaris reagieren immer repressiver auf das, was sie mit Argumenten oder Einschüchterungen nicht mehr bewegen können. Die dar'ysche Direktorin Dena Bosb‘eh ist schwach und den Machenschaften einflussreicher Gefangener um Sard Mamarter und Dars Poole hilflos ausgeliefert. Die „Stahldünen“ werden endgültig zum politischen Werkzeug, als Gouverneur Adam die Sicherungstruppe von Vas Kandiris einsetzt, um Kritiker auszugrenzen, Widerstand niederzuschlagen und hunderte Zivilisten als „Verschwörer“ kurzerhand dorthin zu deportieren. Armeechef Marschall Cetus Gerr erkärt sich für nicht zuständig und wartet erst einmal ab.

Len Kakaia und General Quaila sehen sich konfrontiert mit dem Scheitern ihrer Ideale. Als Quaila entmachtet wird und seine Besatzungsgarnison in Dar'y-Jash an den Hardliner Vas Kandiris übergeben soll, ist seine Friedensarbeit gefährdet. Lens neue Miliz-Abteilung, die Politische Polizei, wird immer öfter zur Niederschlagung von Demonstrationen eingesetzt. Ihm bleibt nur ohnmächtiges Zusehen und Mitmachen. Dennoch gerät er selber in das Blickfeld geheimer Dienste. Die „Stahldünen“ entwickeln einen nicht enden wollenden Hunger nach neuen Gefangenen, doch da viele Menschen keine Hoffnung mehr sehen, verlieren sie auch ihre Angst. Zunehmend stärkere und gewalttätige Proteste zwingen Vas Kandiris und Seth Adam zum Rückzug aus der Hauptstadt Hallwa. Allein die „Stahldünen“ scheinen für sie und ihre Getreuen noch ein sicherer Zufluchtsort zu sein. Wie wird die Armee sich jetzt verhalten?

Fast vierzig Jahre nach dem letzten Kontakt zum Mutterplaneten Erde hält die menschliche Kolonie auf Tranthal unter Führung von Gouverneur Seth Adam eisern an den vor zweihundert Jahren geschlossenen Kolonialverträgen fest. Diese versichern den Bewohnern Schutz und Technologietransfer, für den im Gegenzug Rohstoffe, Energie und seltene chemische Verbindungen für die Erde geschürft, erzeugt und gelagert werden. Trotzdem der Kontakt abgebrochen ist und keine Unterstützung mehr eintrifft, weigert sich Gouverneur Adam die Verträge auszusetzen. Während dadurch der Lebensstandard zunehmend sinkt und die Kolonie auch nach zweihundert Jahren ihrer Existenz von den anderen Völkern des Planeten mehr verachtet als respektiert wird, stagniert die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung vielerorts. Die Demokratie, jahrzehntelang in Aussicht gestellt, wenn nur erst die Völker der Dar'y, Isaris oder Sin-Dar'y auf Abstand gehalten wären, ist zu einem sanften Autoritarismus geronnen.

Um die alten Kolonialverpflichtungen zu erfüllen, werden Rohstoffe in der Nähe des Raumhafens gelagert, die in der Kolonie selbst überall fehlen. Während sogar das eigene Raumfahrtprogramm aus Energie- und Rohstoffmangel eingestellt werden muss, werden die riesigen Lagerhallen erweitert und bestückt mit Gütern, die seit langem nicht mehr abgeholt werden.

In einem Klima der Stagnation, des innenpolitischen Drucks und eines sich abzeichnenden neuen Krieges mit den benachbarten Dar'y beenden drei junge Rekruten ihre Ausbildung an der renommierten Militärakademie der kolonialen Hauptstadt Hallwa: Brit Darburg, Tochter des einflussreichen Kolonialbeamten Frid Darburg und Studentin am Fachbereich Propaganda, Dars Poole, ein regimekritischer und äußerst talentierter junger Astrophysiker und Len Kakaia, Spross einer Dynastie von Landwirten, der Kriminologie studiert und sich nach den Straßenschluchten der Großstadt sehnt. Sie beide lieben Brit, auf ihre je ganz eigene Art. Brit jedoch, die mütterlicherseits eine direkte Abstammungslinie bis zurück zur Erde besitzt, liebt vor allem den Staat, die Kolonie und glaubt felsenfest an Gouverneur Adam.

Gemeinsam drängen sie nach ihrem Abschluss in die Welt. Eine Welt, die nicht nur von Politik und Religion bestimmt wird, sondern auch geprägt ist von einem mächtigen militärisch-politischen Komplex und sakrosankten Hierarchien, interkulturellen Konflikten und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen, an deren Ende nicht nur das Leben, wie sie es kennen, sondern auch ihre ganz persönlichen Ideale, Hoffnungen und Ängste auf den Prüfstand gestellt werden.

Eine Welt, in der Politiker, Religionsführer und Schwerstkriminelle die Fäden ziehen und viele weit mehr als ihren Glauben an die Kolonie verlieren werden.